29. Mai 1453

 

Präsentation der Nordisch-Katolischen Kirche (NKK)

In den 1990er Jahren kam eine kleine Gruppe von Geistlichen und Laien der evangelisch-lutherischen Staatskirche Norwegens zu dem Entschluss diese zu verlassen und eine neue kirchliche Heimat zu suchen. Eine Reihe von Streitfragen beschäftigte die kleine Gemeinschaft. Ist es mit der Bibel und der Tradition vereinbar Frauen zu Priestern zu weihen? Gibt es ein Selbstbestimmungsrecht für Frauen auf Abtreibung? Können homosexuelle Paare gleichgeschlechtliche Ehen eingehen? Wie viel Freiheit braucht die Kirche vom Staat? 

Zusammen mit Gleichgesinnten aus der Kirche von England und der Schwedischen Kirche, wo ähnliche Fragen verhandelt wurden, kam es zu einem Dialog mit der Polnisch-Katholischen National Kirche (PNCC) in den USA. Von Anfang an bestand der Wunsch der norwegischen Christen sich an eine Kirche mit breiter ökumenischer Anerkennung anzubinden. Die Positionen der PNCC im Schnittpunkt von westlichem Ritus und orthodoxer Theologie erwiesen sich dabei als wunderbare Voraussetzungen.

Die PNCC nimmt einen privilegierten ökumenischen Status ein, da sie sowohl von der römisch-katholischen Kirche als auch von den orthodoxen Kirchen anerkannt wird. Es bestehen keine ökumenischen Zweifel an der Gültigkeit ihrer geistlichen Weihen und der Spendung der Sakramente. Es ist möglich von der PNCC als einer orthodoxen Kirche mit westlichem Ritus zu sprechen.

Seit 1999 bestehen zwischen der skandinavischen Gruppe und der PNCC offizielle Verbindungen. Die Norweger haben die Positionen der PNCC um ihr spezifisch lutherisches Erbe im geistlichen Leben bereichert, ohne etwas von deren orthodoxer und katholischer Wahrheit zu entfernen. Auf dieser Basis wurde versucht das spirituelle Leben der alten und ungeteilten Kirche neu zu entfalten.

Die Nordisch-Katholische Kirche wurde 1999 gegründet und bezieht sich auf einen bekannten Lehrsatz des Theologen Vinzenz von Lérins: “Wir glauben an das, was immer, von allen, überall geglaubt wurde.“ Die Nordisch-Katholische Kirche hatte zunächst keinen Bischof und stand, bis sie autonom wurde, unter der Aufsicht der PNCC. 

Die Nordisch-Katolische Kirche versteht sich als orthodoxe Kirche mit westlichem Ritus. Es handelt sich um eine katholisch-apostolische Kirche im Glauben der alten ungeteilten Kirche, die aber auch liebevoll die nordische und evangelische Tradition in ihrem geistlichen Leben zu bewahren sucht. Die apostolische Sukzession der Nordisch-Katolische Kirche wird von der römisch-katholischen Kirche voll anerkannt. 

Die Nordisch-Katholische Kirche bekennt sich zu den sieben ökumenischen Konzilien, sie bewahrt die altkirchlichen Glaubensbekenntnisse und feiert die sieben Sakramente der Kirche. Ihre Priester und Bischöfe sind in der Regel verheiratet und an keine Zölibatsregel gebunden. Die Nordisch-Katholische Kirche erkennt den Papst als Bischof von Rom, sowie als „primus inter pares“ an. Die Dogmen des ersten Vatikanischen Konzils von der Unfehlbarkeit des Papstes und dessen universellen Jurisdiktionsprimates lehnt sie jedoch gemeinsam mit den orthodoxen Kirchen ab. Dennoch erkennt die Nordisch-Katholische Kirche die Berufung des römischen Bischofs als Repräsentant der ganzen Christenheit zu wirken an.

Am 25. Juli 2011 wurde Msgr. Dr. Roald Nikolai Flemestad in Scranton (USA) von der PNCC zum Bischof konsekriert und am 6. August als Bischof und Leiter der Nordisch-Katholischen Kirche in Oslo installiert. Damit ist die NKK zu einer autonomen Kirche geworden. Gleichzeitig trat sie der Union von Scranton (einer der Utrechter Union vergleichbaren Gemeinschaft alt-katholischer Kirchen) bei. Derzeit gehören zur Nordisch-Katholischen Kirche fünf Gemeinden in Norwegen und ein Kloster in Deutschland. Im Laufe des Jahres 2011 begann die Kirche mit Initiativen in Deutschland und Schweden, aus denen 2012 offizielle Missionen und Gemeinden entstehen sollen.



 

Bischof Roald Nikolai

Die Christ-Katholische Kirche in Deutschland

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